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Methylendioxymethylamphetamin und zwei Flaschen Tankstellenweißwein ergeben eine explosive Mischung. Leider kam die Erkenntnis zu spät, will sagen erst als ich in ehrfürchtiger Haltung vorm Klobecken verharrte. Aber trotzdem war es schön im Technomob unter freiem Himmel tanzend aufzugehen und ob der Hitze jeden Donner und Blitz enthusiastisch zu bejubeln. Under the influence war sogar die Feuershow ein Ereignis, obwohl ich derart Gauklerkleinkunst sonst eigentlich verachte. Kurz auf den tendenziell reaktionären Charakter der temporären Aufhebung intersubjektiver Konkurrenz mittels Drogenkonsum reflektiert, gedacht: "Etwas, das sich so gut anfühlt, kann unmöglich schlecht sein", nächsten Schluck genommen und weitergetanzt. Heute Katzenjammer.
22.6.05 17:14


Fanpost

Von: egal99@fiesta.com
An: ***@gmx.net
Betreff: myBLOG.de: E-Mail von einem Leser / einer Leserin

Du bist echt peinlich...
22.6.05 16:56


Down with the Mullahs. Bericht von einer Kundgebung gegen die Islamische Republik Iran in Berlin.
(die "Ergänzungen" sind wiedermal köstlichst)
18.6.05 16:44


15.6.05 23:45


Der REBELL und die Haschisch-Todesschwadron

Der REBELL ist die Jugendorganisation der MLPD. Weil die MLPD die Avantgarde des industriellen Proletariats ist (es gibt wohl noch ein paar versprengte Funktionäre in Betriebsräten im Pott), ist der REBELL natürlich der "größte linke Jugendverband Deutschlands". Davon merkt man zwar nicht viel, aber wenn sie es sagen, wird es wohl so sein. Der REBELL hat einen Auftrag, nämlich Kinder und Jugendliche zu "proletarischen Kämpfern zu erziehen". Diesen Auftrag nimmt der REBELL sehr ernst. So ein proletarischer Kämpfer braucht in jeder Situation einen klaren Kopf, jetzt erst recht, denn die "Monopolkapitalisten" werden ja auch nicht weniger, versteht sich. Aber der REBELL hat ein Problem: den Drogensumpf.

Da gibt es nämlich tatsächlich proletarische Jugendliche, die "halten sich für rebellisch, weil sie sich von den anderen Jugendlichen abgrenzen und was Verbotenes machen", will sagen, sich mal einen Joint einverhelfen.
So geht das natürlich nicht. Denn "abgesehen von den gesundheitlichen Folgen ist jeder Drogenkonsument ideologisch und auch politisch ein Stabilisator für das kapitalistische System" und außerdem werden vom Cannabiskonsum "Todesschwadrone [...] finanziert" und "massenfeindliche Politiker an die Macht gebracht". Dass in den Niederlanden Todesschwadrone verarmte Hanfbauern knechten damit hierzulande proletarische Jugendliche sich rebellisch fühlen können, war mir zwar neu, aber die Partei hat schließlich immer Recht, also wird es so sein.

Die proletarische Jugend, die doch eigentlich danach lechzen müsste, unter der Führung des REBELL bewusst, planmäßig und entschlossen mit dem Werkzeug des wissenschaftlichen Marxismus-Leninismus den echten Sozialismus zu erkämpfen, gibt sich lieber dem schnöden kleinbürgerlichen Vergnügen hin: "Die Wirkungsweise der Drogen wie Haschisch beispielsweise ist gegen einen bewussten, kollektiven und disziplinierten Kampf gerichtet: Die sogenannte Bewusstseinserweiterung bezieht sich darauf, unwesentliche Dinge als völlig neue Erfahrungen wahrzunehmen wie bei einem Kleinkind, wenn es einen Ball das erste Mal unter Augenschein nimmt." Das ist wahrlich keine sozialistische Perspektive. Anstatt auf den Barrikaden den Monopolkapitalisten zu zeigen, wo der proletarische Hammer hängt, sitzt die Jugend unter der Kifferpflanze und guckt sich selig grinsend Bälle an.

Das kleinbürgerliche Gift macht sogar vor der stärksten der Partei'n nicht halt: "Es ist auch in vielen Fällen schon handfester Schaden entstanden, weil REBELL-Gruppen zugeschaut haben, wenn ihre Mitglieder im Drogensumpf versackten. Dabei wurden diese Genossen nicht nur verloren, es ist auch realer finanzieller Schaden entstanden an REBELL-Geldern." Ach so ist das. Da hat sich jemand mit der Gruppenkasse gen Holland aus dem Staub gemacht. Gute Idee, eigentlich. Wo geht's hier zum Beitrittsformular? Ich zeige auch gleich Engagement und werde Kassenwart. Muß nur noch schnell Blättchen kaufen.
14.6.05 14:42


Kommunikationsbrücken ins rechtspopulistische Milieu oder Mit Nazis reden

Ein Christoph Seils darf in der taz die Meinungsseite vollschreiben. Er macht sich so seine Gedanken über die Eindämmung der erstarkenden Neonazibewegung:
    Vieles an dieser sozialen Bewegung von rechts erinnert zumindest der Form nach an die Anfänge der Alternativbewegung und die Gründungsphase der Grünen. Damals stritten wertkonservative Ökologen, K-Grüppler und Autonome über die System- und die Gewaltfrage - und klagten gemeinsam über die Hetze der Springerpresse und die Ignoranz der Gesellschaft.
Soweit fast stimmig. Die "Neue Linke" war ja letztlich auch ein ziemlich autoritärer Haufen.
    Heute gibt die Politik keine Antwort mehr auf die soziale Frage. Eine politische Vertretungslücke ist entstanden, die auch von rechts besetzt wird.
Es stellt sich also die "soziale Frage", die als solche schon die Antwort darauf ist, wie weit es mit dem Klassenbewußtsein in Deutschland her ist, nämlich gar nicht. Wenn Deutsche arbeitslos werden müssen sie einem scheinbar ehernen Gesetz nach Nazis werden. Das scheint dem taz-Schreiberling unumstößlich, aber gefällt ihm nicht, denn Nazis sind böse - man denke nur an die Folgen, z.B. Dresden - also wird es natürlich
    höchste Zeit, neue Wege zu beschreiten. Die NPD muss weiter isoliert werden. Aber die Gesellschaft muss zugleich neue Integrationspotenziale mobilisieren und sich den Menschen zuwenden, die die Neonazis erfolgreich rekrutieren.
Die Katze ist aus dem Sack:
    Die Gesellschaft muss gegenüber den rechtspopulistischen Milieus eine neue Kultur der Anerkennung und neue gesellschaftliche Identifikationsmöglichkeiten entwickeln.
Klar, eine "Kultur der Anerkennung" für bekennende Antisemiten. Deutlicher kann der demokratische Bankrott nicht ausfallen. Was möchte man den "Unterprivilegierten" anbieten:
    Volksentscheide und Bürgerbegehren.
Damit die Elite weiß, was der Mob will
    müssen Kommunikationsbrücken wieder hergestellt werden.
Das ist direkte Demokratie, Nazi-Style.
    Zudem muss die akzeptierende Jugendarbeit wiederbelebt werden.
Womit wir wieder in den 90ern wären. Als die Asylbewerberheime brannten wurden auch eifrig "Kommunikationsbrücken" hergestellt, Glatzenpflege betrieben und das "Bürgerbegehren" entschied per Molotowcocktail für die Abschaffung des Asylrechts. Geschichte wiederholt sich doch. Zumindest in Deutschland.
10.6.05 12:36


Me, Myself and Beck's


Früher hieß es mal "Kein Alk auf Demos". Aber früher wären bei einer Räumung in Berlin auch nicht nur 1500 Leute friedlich (!) auf die Straße gegangen. Das Bild zeigt meinen kleinen Arsch. Danke ADF.

9.6.05 19:56


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